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Sir Bryan Tuke. Sekretär des Königs und 1528 Schatzmeister des königlichen Haushalts war sehr daran gelegen, sich durch ein Porträt zu verewigen; in einem Vorwort zu Chaucer zeigt er sich fasziniert von den ersten Erfindungen der Erinnerungskunst, "dem Fleiß oder dem Trachten der Leute nach verschiedenen Formen, Figuren und Eindrücken(..), die für das Gedächtnis und die Erkenntnis von Dingen gebraucht werden und auch Matthew Parker, Erzbischof von Canterbury, war voll des Lobes für den sorgfältigen Maler Holbein, dessen Bildnisse unter Gelehrten wie geistvolle Briefe kursierten. Erasmus von Rotterdam versandte seine Porträts von Hans Holbein zusammen mit seinen Briefen um damit seine Präsenz zu verdoppeln.Neben seinen Schriften betrachtete er diese Bildnisse als sein Vermächtnis an die Welt. Mit der Opposition von Äußerem und Inneren darstellbaren Körper und unmalbaren Geist, verknüpft sich der Gegensatz von Vergänglichen und Unvergänglichen und die Zuordnung von Bild und Schrift. Die Unterscheidung zwischen dem literarischen und dem bildlichen Porträt kommen in der Beschriftung zu Albrecht Dürers Porträtstich de Philipp Melachthon deutlich zum Ausdruck "das lebendige Äußere des Philipp konnte Dürer, den Geist konnte die gelehrte Hand nicht malen". In dem Massys-Doppelporträt von Holbein ist bereits das Spiel mit der Handschrift des Modells präsent. Auf einem scheinbar auf das Bild geklebten Zettel steht ":Ano D(o)m(ini) MDXXVIII". auf dem Briefbogen direkt vor sich hat Godsalve mit eigener Hand geschrieben "Thomas Godsalve de Norwico(=Norwich) Etatis sue Anno quadragesimo septo", eine Art juristischer Beglaubigung der Mimesis. Das von Hans Holbein gemalte Porträt des George Gisze ist mit vielen Symbolen unterlegt um diesen Kaufmann und Nouveau-riche mit einer persönlichen Ikonographie auszustatten, die Inschrift in Griechisch/Latein verkündet und rühmt die Lebensechtheit des Porträt. Die zweite wichtige Inschrift ist der Wahlspruch von George Gisze den dieser sogar unterschrieben hat, als beanspruche er Urheberrecht an der Konstruktion dieser pompösen Persona. Die Signierung durch George Gisze involviert über das Urkundenhafte des Proträts, das den Wert als Dokument steigert, einen Höhepunkt des beglaubigten dar, wie dies zuvor annähernd nur noch unter den Mumienproträts der römischen Epoche Ägptens gehandhabt wurde. Tradition - vom lat. trado-transdo, " weitergeben" oder "einen Besitz übertragen" - kann nicht ererbt werden, wer sie besitzen will, muß sich ein Gefühl für Geschichte, ...und das wiederum erfordert nicht nur die Wahrnehmung der Vergangenheit als etwas Vergangenes sondern auch als etwas Gegenwärtiges...." "...die Vergangenheit sollte durch die Gegenwart im selben Maße verändert werden, wie die Gegenwart durch die Vergangenheit bestimmt wird. Gegenwart und Vergangenheit unterscheiden sich dadurch, daß die bewußt wahrgenommene Gegenwart die Vergangenheit in einem Maße wahrnimmt, wie die Vergangenheit sich selbst gar nicht wahrnehmen kann." Hans Holbein Prof. Dr. Oskar Bätschmann Pascal Griener Dumont 1997 Die 1919 in dem Essay von T.S.Eliot ausgearbeitete Theorie von der Beziehung zwischen Tradtionellem und Neuem, die sich speziell auf die Dichtung bezog, als T.S. Eliot den Zusammenhang zwischen Zitat und Neuschöpfung herausarbeitete, steht im übertragenen Sinn vor - b i l d - lich für die Realisierung des Triptychon unter Einbezeihung der Collagen UN. |
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