An der Fassade des Haus der Kunst hat Ai Weiwei 9000 Rucksäcke angebracht - 100 Meter lang, zehn Meter hoch ist das Kunstwerk.
"Remembering" heißt die Installation, mit der der Chinese das Erdbeben in Sichuan ins Gedächtnis ruft, bei
dem tausende Schulkinder unter den eingestürzten Gebäuden, die aus minderwertigen Baumaterialien errichtet worden waren, starben.

Mit den verschiedenfarbigen Rucksäcken hat Ai Weiwei in chinesischen Schriftzeichen den Satz geformt:
"Sieben Jahre lebte sie glücklich in dieser Welt."
Mit diesen Worten gedachte eine Mutter ihrer Tochter.

-
Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch
Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Anslässlich der Eröffnung der Ausstellung
"Sieben Jahre lang lebte sie glücklich in dieser Welt."
signiert Ai WeiWei die
Fotoaufnahmen,
entstanden am Eingang des "Haus der Kunst" in München,
wenige Stunden vor der Notoperation.



Das Münchner Gebäude wurde am 18. Juli 1937 mit der ersten "Großen Deutschen Kunstausstellung" eröffnet.
Nahezu zeitgleich wurde im Galeriegebäude am Hofgarten die Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt.

Diffamierte Künstler:

Ernst Barlach, Willi Baumeister, Max Beckmann, Karl Caspar, Maria Caspar-Filser, Otto Dix, Max Ernst, Otto Freundlich
Wilhelm Geyer, Otto Griebel, George Grosz, Karl Hofer, Karl Hubbuch, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Oskar Kokoschka,
Käthe Kollwitz, Elfriede Lohse-Wächtler, Gerhard Marcks, Paula Modersohn-Becker, Rudolf Möller, Otto Pankok,
Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff u.v.a.

In diesem Kontext sei an die Installation von Joseph Beuys erinnert, die den Titel Wunde in sich trägt und heute
im Lenbachhaus präsentiert wird, in der Beuys vom offenbaren der Krankheit, dem Heilungsprozess und der Überwindung der selbigen reflektiert.



Bernd Leifeld
Geschäftsführer
documenta und Museum Fridericianum
mit Mitgliedern des Kasseler Bürgerpreis "Das Glas der Vernunft"
mit dem 2010 Ai WeiWei ausgezeichnet wurde.



Oberbürgermeister Bertram Hilgen
Aufsichtsratsvorsitzender der documenta GmbH

Dirk Schwarze
Vorsitzender im documenta forum Kassel e.v.



Bischof Prof. Dr. Martin Hein
Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck



DER ZEIT IHRE KUNST, DER KUNST IHRE FREIHEIT

Ludwig Hevesi

"Ich habe die Meinung, daß, wenn es die Freiheit der Kunst und den Schutz der Künstler gilt,
jeder einzelne Mann die Pflicht hat, aufzustehen und sich zu melden.
Diese habe ich erfüllt. Nun ist es an Ihnen ! "

Hermann Bahr, Rede auf Klimt, Wien 1901



06.06.2011
Sehr geehrter Herr Hillinger!
ich danke für Ihre wiederholten Mailzuschriften zu Ihrer "Menschenrechtstaube".
Zu Ihrer Idee möchte ich Sie beglückwünschen.
Das intensive Engagement für Frieden und Menschenrechte ist für uns täglicher Arbeitsinhalt.
Es bedarf keiner besonderen symbolischen Kennzeichnung mehr.
Zudem ist das Generalkonsulat Kanton keine geeignete Adresse für Ihr Vorhaben. Formal ist einzig
die Botschaft Peking für Menschenrechte und politische Beziehungen zuständig.
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Gallon
Der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland
Guangzhou/Kanton