Oberbürgermeister Seisho Kohyama


"Lieber das Herz in der Hand als die Taube überm Heer"

Dr. Ulrich Goch

Ein glückverheißendes Omen der dritten Klasse
Die weiße Taube war nach den Regularien der kaiserlichen Hofregierung der Heian-Zeit (Ende 8. bis Ende 12. Jh.) ein glückverheißendes Omen der dritten Klasse (Engi shiki: 528). Eine Begründung, warum die weiße Taube ein glückverheißendes Omen darstelle, wurde im Engi shiki nicht gegeben, ebenso bleibt ihre Einordnung in glückverheißende Omina der dritten Kategorie unkommentiert.

Die weiße Taube steht auch nicht allein da, sie steht innerhalb der dritten Kategorie an erster Stelle einer ganzen Reihe weiterer Tiere, Pflanzen und natürlicher Erscheinungen. Das kaiserliche Annalenwerk Shoku Nihongi meldet für den 9. Tag des 3. Monats des 3. Regierungsjahres des Kaisers Monmu (14. April 699), daß dem Kaiser eine weiße Taube von der Provinz Kawachi präsentiert wurde.

Durch kaiserlichen Erlaß wurden der Familie, aus welcher der Mann stammte, der die weiße Taube gefangen hatte, für die Dauer von drei Jahren die Landsteuern und Fronen erlassen, der Heimdistrikt dieser Familie für die Dauer von einem Jahr von diesen Lasten freigestellt. Zusätzlich wurden Sträflinge aus Kawachi und den umliegenden Provinzen begnadigt, die zu Zwangsarbeit bis zu zweieinhalb Jahren verurteilt waren (s. Snellen 1934: 178). Die hier erwähnte weiße Taube war in der Tat ein Glücksbringer gewesen, vor allem für den Finder und seine Heimatgemeinde. Es gibt weitere Meldungen darüber, daß dem Hof weiße Tauben präsentiert wurden, doch enthalten sie keine detaillierten Angaben über Belohnungen.