Man kann sich heute nur schwer vorstellen, was für eine grundlegende
Veränderung die Annahme der Allgemeinen Erklärung der
Menschenrechte vor 60 Jahren bedeutete.

In einer vom Holocaust gezeichneten, durch Kolonialismus gespaltenen und von Ungleichheit geprägten Nachkriegswelt war sie eine Charta, die erstmalig ein globales feierliches Bekenntnis zur angeborenen Würde und Gleichheit aller Menschen, unabhängig von Hautfarbe, Glauben oder Herkunft, enthielt, ein kühnes und gewagtes Unterfangen mit ungewissen Erfolgsaussichten.

Dass es dank ihr heute eine umfassende Infrastruktur gibt für den Schutz aller Grundfreiheiten, auf die wir alle ein Recht haben, ist ein Tribut an die Vision der Verfasser der Erklärung und an die vielen, die sich in den vergangenen sechs Jahrzehnten für die Menschenrechte eingesetzt und für die Verwirklichung dieser Vision gekämpft haben.

Dieser Kampf ist noch längst nicht zu Ende, und darin liegt die Kraft der Erklärung:
Sie ist ein lebendiges Dokument, das auch künftige Generationen weiter inspirieren wird.

Louise Arbour
Hohe Kommissarin für Menschenrechte